Leitfaden für Remote-Arbeit

Remote-Arbeitsstress und Burnout vermeiden

Tipps zum Vermeiden von Homeoffice-Stress und Burnout

Homeoffice-Stress ist vielen Arbeitnehmern, die remote tätig sind, nur allzu gut bekannt. Umso wichtiger ist es, dass die derzeit stetig wachsende Zahl an Remote-Mitarbeitern über geeignete Strategien zum Erhalt ihrer psychischen Gesundheit verfügt.

Auf das eigene psychische Wohlbefinden zu achten ist mindestens genauso wichtig wie Projektziele zu erreichen und produktiv zu arbeiten.Probleme im Zusammenhang mit der Arbeit von zu Hause aus, darunter Einsamkeit und Burnout, sind auf dem Vormarsch – insbesondere bei Mitarbeitern, die noch neu im Homeoffice-Modus sind. 

Hier sind einige Tipps und Tricks, die Remote-Arbeitskräfte in ihren Alltag integrieren können, um Stress zu vermeiden und ihrer Psyche etwas Gutes zu tun.

Was ist Homeoffice-Stress?

Homeoffice ist heutzutage nicht mehr nur eine willkommene Abwechslung. Für viele Erwerbstätige ist dieses Arbeitsmodell längst zur Notwendigkeit geworden. Wenn die eigenen vier Wände zusätzlich als Arbeitsplatz herhalten müssen, kann es schwierig werden, Grenzen zu ziehen, den Leistungsdruck unter Kontrolle zu halten und die eigene Arbeitslast richtig zu managen. Aus diesen und anderen Gründen empfinden viele Arbeitnehmer das durchgehende Homeoffice eher als Belastung.

Oft müssen Arbeitnehmer im Homeoffice auch noch mit zusätzlichen Stressfaktoren umgehen – etwa wenn sie ihre Aufgaben in Anwesenheit von Kindern erledigen oder auf die Bedürfnisse anderer Angehöriger eingehen müssen, während sie gleichzeitig versuchen, konzentriert zu bleiben und produktiv zu arbeiten.

Wie erkennt man Homeoffice-Stress?

75 % aller Remote-Mitarbeiter geben an, unter Stress oder Burnout zu leiden. Mehr als 37 % geben an, mehr Zeit mit Arbeit zu verbringen als zuvor – zusätzlich zu einem ebenfalls gestiegenen Maß an Betreuungsaufgaben und anderen Verpflichtungen.

Homeoffice-Burnout 

Wenn Sie nach einem langen Arbeitstag völlig entkräftet sind, Ihren Job mit negativen Gefühlen verbinden oder Ihre Effizienz plötzlich massiv sinkt, können dies Anzeichen für ein Homeoffice-Burnout sein. Oft geraten Betroffene in einen Zustand der chronischen psychischen Erschöpfung, bevor ihnen überhaupt bewusst wird, dass etwas nicht stimmt. 

Extremer Druck kann zur Folge haben, dass sich Arbeitnehmer dauerhaft selbst überlasten. Dies führt letztendlich wiederum dazu, dass sie ausbrennen und ihre Leistung gar nicht mehr abrufen können. Besteht keine Möglichkeit, zwischendurch mit Kollegen zu plaudern, Fortschritte abzugleichen oder eine einfache Frage persönlich zu stellen, so kann sich dies noch erschwerend auswirken.

Homeoffice-Stress

Haben auch Sie im Homeoffice mit depressiven Verstimmungen zu kämpfen? Sie sind nicht alleine. Während vor der COVID-19-Pandemie nur 5 % der Arbeitnehmer angaben, unter Homeoffice-Stress zu leiden, stieg diese Zahl während der Pandemie sprunghaft auf 18 % an.

Eine gute Work-Life-Balance und Maßnahmen zur Förderung des geistigen Wohlbefindens können helfen, den Stress abzubauen, bevor er sich zu einem echten Burnout entwickelt.

Warum ist es wichtig, über die psychische Gesundheit von Remote-Mitarbeitern zu sprechen?

Psychische Gesundheit am Arbeitsplatz sollte für jedes Unternehmen oberste Priorität haben. Im Versuch, agil auf Veränderungen zu reagieren und die Profitabilität hoch zu halten, kommt es vor, dass Unternehmen starken Druck auf Mitarbeiter ausüben, die aufgrund der wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie ohnehin bereits um ihre Jobs bangen. 

Diese außergewöhnliche Belastung kann insbesondere bei Mitarbeitern, die zum ersten Mal im Homeoffice tätig sind, zu einer Verschlimmerung von psychischen Erkrankungen und einem Absinken der Produktivität führen. Unternehmen, die Informationen über psychische Gesundheit am Arbeitsplatz weitergeben und Wert auf eine gute Gesprächskultur legen, ermöglichen ihren Mitarbeitern auf allen Hierarchieebenen, offen über ihre Erfahrungen zu sprechen und sich so sicherer und besser in ihr Team integriert zu fühlen.

Mit regelmäßigen Veranstaltungen zum Thema psychische Gesundheit, wöchentlichen E-Mails mit Tipps zum Stressmanagement, einem Hinweis auf den Monat der psychischen Gesundheit oder der expliziten Aufforderung, Krankenstandstage auch bei Problemen psychischer Natur in Anspruch zu nehmen, können Arbeitnehmer das Bewusstsein für die Thematik schärfen.

Wenn Ihre Teammitglieder wissen, wie sie am Arbeitsplatz auf ihre psychische Gesundheit achten können, sind sie auch besser in der Lage, Warnzeichen für beginnende Probleme an sich selbst oder ihren Kollegen zu erkennen. 

Beispielsweise kann es vorkommen, dass ein Teamkollege Gefahr läuft, im Homeoffice zu vereinsamen. Weitere mögliche Symptome, denen unbedingt Beachtung geschenkt werden sollte, sind etwa emotionale Ausbrüche, Leistungsabfälle, sozialer Rückzug und anhaltende Niedergeschlagenheit oder Traurigkeit.

Image

Wie lässt sich die psychische Gesundheit im Homeoffice fördern?

Folgende Tipps und Gewohnheiten können Sie in Ihren Alltag integrieren, um Ihr geistiges Wohlbefinden im Homeoffice zu stärken.

1. Machen Sie psychische Gesundheit zur Priorität

Bei einem Terminkalender voller Meetings, Aufgaben, Fristen, Familienaktivitäten, Kinderbetreuung und sportlichen Workouts steht der Gedanke an den Schutz der eigenen Psyche oft an letzter Stelle. Dabei sollten Unternehmen und Mitarbeiter unbedingt in ihre psychische Gesundheit investieren, damit beispielsweise von Stress betroffene Personen leichter Hilfe erhalten können, bevor sie ernstliche Probleme entwickeln.

Mitarbeiter können ihrer Psyche etwas Gutes tun, indem sie bei der Arbeit und in Meetings regelmäßige Pausen einlegen. Ebenfalls hilfreich ist die beliebte Pomodoro-Technik, die beim Zeitmanagement unterstützt. In den Pausen ist Zeit, um die Waschmaschine einzuschalten, nach den Kindern zu sehen oder ein paar Minuten lang durchzuatmen und sich zu vergegenwärtigen, wofür man dankbar ist.

Bei der Eingewöhnung in einem neuen Arbeitsumfeld spielt die Einstellung eine große Rolle. Versuchen Sie, einige dieser Tipps umzusetzen, um Ihr psychisches Wohlbefinden zu unterstützen und mehr Energie für die produktive Arbeit von zu Hause zu haben.

2. Bleiben Sie offen und lassen Sie den Perfektionismus hinter sich

Viele Mitarbeiter verspüren bei der Arbeit im Homeoffice großen Druck, sich vor ihren Arbeitgebern zu beweisen.

Möglicherweise fühlen Sie sich dazu verleitet, Probleme bei der Eingewöhnung in ein neues Arbeitsmodell zu verheimlichen und auf die Unterstützung von Kollegen oder Vorgesetzten zu verzichten. Oder aber Sie halsen sich mehr Arbeit auf, als Sie schaffen können, um zu beweisen, dass Sie auch im Homeoffice produktiv sind. 

In diesen Zeiten sind Führungsqualitäten gefragt, und zwar nicht nur auf der Ebene des Managements, sondern bei uns allen. Gehen Sie also mit gutem Beispiel voran: Regen Sie Ihre Teamkollegen an, Maßnahmen zum Schutz ihrer psychischen Gesundheit zu setzen, und sprechen Sie das Thema offen an. So können Sie einen Beitrag zu einer Kultur der gegenseitigen Unterstützung, der Empathie und der Produktivität in Ihrem Unternehmen leisten.

3. Halten Sie einen geregelten Tagesablauf ein

Der wohl hilfreichste Tipp für Remote-Mitarbeiter besteht darin, einen geregelten Tagesablauf zu etablieren und diesen auch einzuhalten. Regeln entlasten die Psyche, da sie Ihnen Entscheidungen abnehmen. 

Durch gute Organisation und Planung bleiben Ihnen so mehr psychische Ressourcen und mehr Energie, um Ihre Aufgaben zu erledigen. Und auch wenn Sie die Liste nicht immer zur Gänze abarbeiten, können Sie mit dieser Methode doch viel ruhiger und kontrollierter ans Werk gehen.

Achten Sie bei der Organisation Ihres Arbeitstags auch darauf, nicht nur das „Was“ zu definieren, sondern auch das „Wo“. Richten Sie sich einen Arbeitsplatz mit einem ergonomischen Stuhl ein, der Rücken, Nacken und Wirbelsäule stützt.

Planen Sie nach Möglichkeit tägliche Trainingseinheiten oder Spaziergänge ein, um körperlich fit zu bleiben. Ärzten zufolge hilft regelmäßige Bewegung, Angstgefühle zu lösen und Endorphine freizusetzen.

4. Tracken Sie Ihren Arbeitsfortschritt

Eine der größten Sorgen, mit denen Mitarbeiter in der Anfangsphase des Homeoffice-Modells zu kämpfen haben, ist die Frage, wie sie ihren Teamkollegen unkompliziert Einblick in ihre Arbeit geben können.

Die Collaboration-Software von Wrike löst dieses Problem auf elegante Weise, indem sie die Kommunikation im Team erleichtert und einen Überblick darüber schafft, was in einem bestimmten Projekt von jedem einzelnen Teammitglied erwartet wird. Die Software ist flexibel und gibt dennoch das nötige Maß an Struktur, damit Sie im Homeoffice produktiv sein und Ihre Arbeit mit weniger Stress bewältigen können.

Sie können Projekte in Zusammenarbeit mit Ihrem Team bearbeiten, wobei Kommunikation und Projektmanagement parallel in einem Portal vereint sind.

5. Beschränken Sie die Informationsflut

Die Nachrichten zu verfolgen ist grundsätzlich eine gute Sache, aber genauso wichtig ist es, sich vor der täglich auf uns einprasselnden Flut an Informationen – und Fehlinformationen – zu schützen.

Achten Sie auf Ihre psychische Gesundheit und lesen Sie am besten nur relevante Nachrichten von einer Handvoll zuverlässiger Quellen. Das ununterbrochene Beschäftigen mit schlimmen Meldungen aus aller Welt kann ernste Folgen für Ihr psychisches Wohlbefinden haben. Nervosität und Stress nehmen zu, Ihre Stimmung verschlechtert sich und Ihre Arbeitsleistung leidet.

Versuchen Sie, das Abrufen von News-Seiten durch eine positive Gewohnheit zu ersetzen. Wann immer Sie sich beim zwanghaften Nachrichtenlesen erwischen oder sich das Karussell der negativen Gedanken zu drehen beginnt, können Sie beispielsweise aufstehen, ein Glas Wasser trinken, Atemübungen machen oder eine kurze Meditationspause einlegen. So leistet Ihr Impuls, auf dem Laufenden zu bleiben, einen Beitrag zu Ihrer Gesundheit.

So stärken Sie die geistige Gesundheit von Kollegen in verteilten Teams

Regelmäßiges Kontakthalten ist eine gute Möglichkeit, die psychische Gesundheit Ihrer ebenfalls im Homeoffice tätigen Kollegen proaktiv zu fördern. 

Ob im Gruppenchat, per Videokonferenz oder in einem altmodischen Telefongespräch: Versuchen Sie, den Kontakt zu Ihren Teamkollegen aufrechtzuerhalten – insbesondere dann, wenn Sie bemerken, dass es jemandem nicht gut geht. 

Wenn Sie möchten, können Sie auch einen Spieleabend oder eine virtuelle Teambuilding-Aktivität vorschlagen, die den Zusammenhalt stärkt und eine Gelegenheit zum freundschaftlichen Austausch bietet. Wofür auch immer Sie sich entscheiden: Schenken Sie Ihren Teamkollegen ein offenes Ohr und versuchen Sie, besonders unter der Belastung leidende Personen so gut es geht zu unterstützen.