Der allgemeine Trend heutzutage geht zu Großraumbüros, wo die Kommunikation nicht durch Trennwände und Bürotüren gehemmt wird. Die International Facility Management Association berichtet, dass 70% aller Büros in den USA nun Großraumbüros sind. 

Man sollte jedoch bedenken, dass durch das Herunterreißen von Wänden, so dass man quer durch den Raum brüllen kann, nicht notwendigerweise die Zusammenarbeit gefördert wird. Tatsächlich hat eine Studie in Finnland festgestellt, dass Mitarbeiter durchschnittlich 21,5 Minuten pro Tag verlieren, weil sie durch Unterhaltungen von Kollegen abgelenkt werden.

Es bedarf schon etwas mehr als nur Möbel herumzuschieben, und darauf zu hoffen, dass dadurch die Leute kommunizieren werden — es erfordert Planung, einen absichtlichen Politikwandel und auch ein wenig Unerwartetes.

Diese fünf ungewöhnlichen Strategien zur Verbesserung der Team-Zusammenarbeit werden dazu beitragen, dass Teams so zusammenarbeiten, dass sie sich beim Austausch von Ideen wohl fühlen. 

1. Die Wände wieder aufstellen

Die gängige Meinung ist, dass Großraum- und geteilte Büros Menschen dazu animieren, mehr zu reden, Tatsache ist aber, dass die Umgebungsgeräusche und die visuellen Ablenkungen zu einem Produktivitätsverlust führen. Alle zehn Jahre oder so kommt das Thema Großraum-/geschlossene Büros auf den Tisch, wahrscheinlich weil das Pendel mal so, mal so schwingt, mit dem Ergebnis, dass die Mitarbeiter dann entweder isoliert oder abgelenkt sind.

Mitarbeitern, die einen ruhigen, bequemen Arbeitsplatz haben, um ablenkungsfrei zu arbeiten, fällt es leichter, aus ihrem Schneckenhaus herauszukommen, wenn Zusammenarbeit erforderlich wird. Kabinen, Konferenzräume und getrennte Büros helfen, Besprechungszeiten zu definieren, und Mitarbeiter haben die Wahl, wann sie mit anderen kommunizieren wollen.

2. Eine asynchrone Kommunikationspolitik aufbauen

An vielen Arbeitsplätzen ist eine Instant-Messaging App eingerichtet worden sowie eine Wissensdatenbank und Projektmanagement-Tools, die die Möglichkeiten zur Zusammenarbeit verbessern. Das reicht aber nicht — Sie müssen auch Erwartungen dazu erwecken, wie Mitarbeiter diese Tools verwenden können.

Kommunikations-Apps wie Skype und Slack können und sollten verwendet werden, mit dem Verständnis, dass Kommunikation in Echtzeit und gleichzeitig stattfindet.

Asynchrone Kommunikation stellt die Art der Kommunikation dar, die ungleichzeitig stattfindet: Eine Komponente verschickt nur dann Information, wenn es für sie günstig ist, und das Gegenstück empfängt und reagiert ebenfalls, wenn es ihm passt. Dadurch wird der aktuell beim Empfänger laufende Prozess nicht unterbrochen, so dass Team-Mitglieder auf ihre Arbeit konzentriert bleiben.

Büros, in denen Wikis, E-Mail, Chat-Tools, Kanban-Boards und Projektmanagement-Tools verwendet werden, die es den Nutzern ermöglichen, Mitteilungen und Veränderungen zu dem für sie günstigen Zeitpunkt zu lesen, zeigen auf diese Weise Respekt für den Arbeitsablauf des Einzelnen. Nutzer können "Bitte nicht stören" Zeiten festlegen, so dass sie dann keine ablenkenden Mitteilungen erhalten, und all ihre Sekundärkommunikation außerhalb ihrer Kernzeiten gebündelt erledigen. 

Durch asynchrone Kommunikation haben Mitarbeiter die Freiheit, sich auf Wichtiges zu konzentrieren, ohne dabei wichtige Entscheidungen zu verpassen. Gibt ein Unternehmen seinen Mitarbeitern die Möglichkeit, innerhalb bestimmter Zeitrahmen zu kommunizieren, vermittelt es seinen Mitarbeitern die Gewissheit, dass geschätzt wird, dass sie sich auf Einzelaufgaben konzentrieren, statt ihre Aufmerksamkeit zwischen Kommunikation und Aufgaben zu splitten.

3. "Keine Agenda, kein Meeting" implementieren

Für viele ist es ein Albtraum: ein Meeting ohne Plan. Die Forderung, dass alle Meetingsegal wie trivial oder informellzumindest eine Stichpunktliste der zu besprechenden Themen haben sollte, beruhigt sowohl den Planer als auch die Beteiligten.

Eine Agenda hilft dem Team auch, auf die Ergebnisse konzentriert zu bleiben. Teams, die im Voraus planen, und Agendas teilen, bleiben zeitlich in der Spur und vermeiden Ablenkungen, die zu Zeitverlust und wenig hilfreichen Meinungsverschiedenheiten führen können. Erstellen Sie Richtlinien für das Abschweifen vom Thema und wie mit Meinungsverschiedenheiten umzugehen ist, so dass Ihre Mitarbeiter wissen, wie sie mit neuen und unbequemen Situationen umgehen können.

Eine Agenda für ein Meeting schützt die wertvolle Arbeitszeit des Einzelnen und hilft der Gruppe am Ball zu bleiben. Dadurch werden Reibungen durch vom Thema abweichendes Gerede reduziert, Teilnehmer können ihre Gedanken und Ideen schon vor dem Meeting sammeln, und der Umfang der Arbeit wird definiert, so dass Teilnehmer wissen, was erwartet wird. Zusammenarbeit ist viel einfacher, wenn jeder weiß, was erforderlich ist.

Nachdem die Agenda durchgearbeitet wurde, beenden Sie das Meeting, so dass Ihre Mitarbeiter die Positionen in ihren persönlichen To-Do-Listen einplanen können. Um neue Fragen zu behandeln, können stets Nachfolge-Meetings geplant werden.

4. Eine Infrastruktur einrichten, die arbeiten von zu Hause ermöglicht

Toptalente zu finden ist heute schwieriger denn je, und dafür zu sorgen, dass Ihre Mitarbeiter ein gutes Gleichgewicht zwischen Arbeit und Privatleben haben, ist eine Notwendigkeit im Personalbereich. Das amerikanische Federal Bureau of Labor Statistics berichtet, dass im Jahr 2015 24% aller Mitarbeiter zumindest teilweise von zu Hause aus gearbeitet haben. Remote von einem Home-Office aus oder von einem gemeinschaftlichem Arbeitsraum in einer anderen Stadt aus zu arbeiten, kann zum Glück und zur Produktivität der Mitarbeiter beitragen und Ablenkungen durch Büro-Spielereien (beobachtet werden, laute Vertriebsabteilungen) begrenzen.

Firmen, die Remote-Arbeit oder Arbeit von zu Hause aus zulassen, müssen Kommunikation und Zusammenarbeit in die Arbeitskultur des Unternehmens einbauen. Benutzen Sie Video-Konferenzen, Chat-Programme, Screensharing & Remote-Desktop-Zugriff, und Projektmanagement-Tools, um Mitarbeiter virtuell zusammenzubringen

Sorgen Sie dafür, dass nicht nur Teammitglieder, sondern auch Manager und leitende Angestellte verstehen, wie Remote-Technologie verwendet wird, und dass sie sich bei der Kommunikation mit der Crew wohlfühlen. Benutzen Sie Ihre Videokonferenzen für wöchentliche Einzelgespräche und richten Sie Chat-Kanäle ein, in denen Ihr gesamtes Team gemeinsam kommunizieren kann. Ermöglichen Sie es den Teams, ihre eigenen Chat-Kanäle zu gemeinsamen Interessen einzurichten (Trivia, Fußball, tolle Restaurants usw.), um eine Kultur der Verbundenheit zu kultivieren. Durch diese Verbindungen wird man daran erinnert, dass unsere Kollegen nicht nur Kollegen sind, sondern auch unsere Mitmenschen. Das fördert Empathie, wodurch eventuelle Unstimmigkeiten geglättet werden können, die während der Zusammenarbeit entstehen mögen. 

5. Beziehungen aufbauen durch offene Gespräche

Ob die Zusammenarbeit im Büro oder Remote stattfindet, in Echtzeit oder asynchron, in einem Konferenzraum oder mitten im Großraumbüro, es ist wichtig, dass wir eine Kommunikationspolitik aufbauen, die Offenheit und Ehrlichkeit fördert. Konflikte und Kritik sind unvermeidlich, aber darunter muss die Zusammenarbeit nicht leiden: das gesamte Team kann mit emotionaler Intelligenz kommunizieren.

Indem man das Unvermeidliche in die Planung miteinbezieht, kann man dafür sorgen, dass offene Gespräche mit Sensibilität geführt werden — wodurch Beziehungen unter Teammitgliedern auf- und nicht abgebaut werden.

Weisen Sie den Teams Mediatoren zu, planen sie regelmäßige Kommunikations-Workshops (vierteljährlich, nicht nur einmal im Jahr), und besprechen Sie verschiedene Arten der Kommunikation.

Zusammenarbeit ist mehr als nur die Sitzordnung 

Um Team-Zusammenarbeit zu verbessern, gehört mehr dazu als nur alle in einen Raum zu stecken und zu hoffen, dass die Genialität der Einzelnen sich in der Gruppe verbinden wird. Echte Business-orientierte Zusammenarbeit erfordert sorgfältige Planung, Investition in Technologie und die Trennung von veralteten Ideen darüber, wie Teamarbeit und Produktivität aussehen.


Über den Autor:

Tamara Scott ist Analystin bei TechnologyAdvice, einem Forschungsunternehmen, das Käufer und Verkäufer von Business-Technologie miteinander verbindet. Sie schreibt über Projektmanagement, Marketing, Vertrieb, CRM und viele andere technologische Bereiche.

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