Lieber reich als glücklich: Was ist zufriedenen Mitarbeitern wirklich wichtig?

Mitarbeiterbindung wird ein immer größeres Thema, nicht nur in Personalabteilungen: Da sich immer mehr Möglichkeiten für talentierte Mitarbeiter von außen ergeben, befindet sich die Fluktuation auf einem historischen Höchststand. Arbeitgeber versuchen es mit den originellsten Zusatzleistungen, um die besten Talente anzuziehen und Mitarbeiter glücklich zu machen. Aber verlieren diese Vergütungs-Extras langsam ihren Glanz? Was ist den glücklichsten Mitarbeitern wirklich wichtig?

Laut dem Bureau of Labor Statistics kosten die Zusatzleistungen für Mitarbeiter (Gesundheitsfürsorge, Mitgliedschaft im Fitnessstudio usw.) einem Unternehmen pro Stunde 11,60 USD. Wenn Sie ein Unternehmen mit 500 Mitarbeitern haben, die 50 Wochen im Jahr rund 40 Stunden pro Woche arbeiten, geben Sie jährlich fast 12 Millionen US-Dollar für Zusatzleistungen aus.

Wenn so viel Geld für Leistungen und Vergünstigungen ausgegeben wird, müssen Mitarbeiter doch glücklich sein, oder? In Teil 2 des Wrike Happiness Index haben wir Mitarbeiter in Deutschland, Frankreich, Großbritannien und den USA gefragt, wie verschiedene Arten von Vergütung ihre Zufriedenheit bei der Arbeit beeinflussen. Wollen die Mitarbeiter wirklich mehr Tischkicker, flexiblere Arbeitszeiten und ein Fitnessstudio im Büro? Oder wollen Sie lieber mehr Geld?

Für Deutsche steht finanzielle Sicherheit an erster Stelle

Mehr als jeder zweite US-Amerikaner (58 Prozent) und Brite (54 Prozent) hat schon einmal sein Glück über das Gehalt gestellt und in eine Stelle gewechselt, die weniger Geld einbrachte, ihn aber insgesamt glücklicher machte. Für deutsche Arbeitnehmer ist dieser Tausch offenbar wenig attraktiv: Sie setzen ganz klar auf Sicherheit. Nur knapp ein Drittel (29 Prozent) der Deutschen haben laut Happiness Index in ihrer bisherigen beruflichen Karriere ihr persönliches Glück einem höheren Gehaltsscheck vorgezogen.

Die Befragung zeigte aber auch, dass die Bedeutung des Gehalts sinkt, je zufriedener ein Mitarbeiter in seinem Unternehmen insgesamt ist. Auf die Frage, welche Extraleistungen des Arbeitgebers für die Zufriedenheit am wichtigsten sind, antworteten 47 Prozent der Studienteilnehmer aus Deutschland, die sich zuvor als „unglücklich“ im Job bezeichnet hatten, mit „Ich will keine Extras, sondern mehr Geld“. Von den Studienteilnehmern, die sich als „sehr zufrieden“ bezeichnet hatten, wollen nur 18 Prozent eine Gehaltserhöhung. Mehr als ihre weniger zufriedenen Kollegen und Kolleginnen legen sie hingegen Wert auf Extras wie Firmenevents, ein kostenloses Mittagessen und Annehmlichkeiten wie ein firmeneigenes Fitness-Studio.

Ranking der Glücksfaktoren am Arbeitsplatz

Auf die Frage, welcher der folgenden fünf Faktoren für das Glücksgefühl am wichtigsten ist, antworteten die Deutschen in folgender Rangordnung:

  • Gehalt
  • Eine sinnvolle Arbeit erledigen
  • Flexible Arbeitszeiten und/oder die Möglichkeit, von zu Hause zu arbeiten
  • Standort des Büros
  • Unternehmenskultur/Renommee des Unternehmens/einladender Arbeitsplatz
  • Management/Führungskultur

Homeoffice: Nachholbedarf in Deutschland

Auch die Arbeitsplatzsituation wurde in der Studie beleuchtet: Im internationalen Vergleich kommt Deutschland am schlechtesten weg: Während in den USA (54 Prozent) und in Großbritannien (56 Prozent) über die Hälfte der Mitarbeiter regelmäßig im Homeoffice arbeiten, sind es in Frankreich nur 40 Prozent und in Deutschland sogar nur 37 Prozent.

Dabei sollten sich Arbeitgeber in Deutschland verstärkt darum kümmern, ihren Angestellten das Arbeiten von Zuhause zu ermöglichen, denn die glücklichsten Mitarbeiter arbeiten laut Happiness Index regelmäßig im Homeoffice. 44 Prozent der unzufriedenen und 41 Prozent der unglücklichen deutschen Studienteilnehmer geben an, dass sie überhaupt nicht die Möglichkeit haben, von Zuhause zu arbeiten. Von den im Job sehr zufriedenen Befragten sagen dies nur 16 Prozent.

Innerhalb Deutschlands führt Berlin mit 21 Prozent das Homeoffice-Ranking an. Hier arbeiten die meisten Homeoffice und Remote-Worker überwiegend, das heißt drei oder mehr Tage pro Woche von Zuhause. Schlusslicht sind in diesem Punkt Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Sachsen-Anhalt: Nur 9 von hundert Studienteilnehmern aus diesen Bundesländern arbeiten drei oder mehr Tage pro Woche von Zuhause aus.

Welche Art von Vergütung sorgt nun für die glücklichsten Mitarbeiter?

Für Unternehmen ist es an der Zeit, sich den Tatsachen zu stellen: Traditionelle Zusatzleistungen am Arbeitsplatz verlieren an Attraktivität. Heutzutage können Top-Talente im Handumdrehen einen neuen Job finden, wenn ihr Arbeitsplatz sie nicht glücklich macht. Daher ist es für Unternehmen äußerst wichtig, in das Glück ihrer Mitarbeiter zu investieren.

Mitarbeiter suchen eine Karriere, die sie erfüllt, sich bezahlt macht und ihnen ausreichend Zeit gibt, um wieder Energie zu tanken. Beeindruckende Zusatzleistungen mögen die besten Talente anziehen, aber um sie zu halten, sind andere Anstrengungen nötig.

Zur Studie: Für den „Happiness Index“ wurden 4.009 Arbeitnehmern aus Unternehmen mit mehr als 200 Mitarbeitern in Deutschland, Großbritannien, Frankreich und den USA befragt; 1.002 davon in Deutschland. Befragungszeitraum war zwischen dem 13. und 19. November 2018. Die Studie wurde von Atomic Research im Auftrag von Wrike durchgeführt.

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