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Was bedeutet Monte-Carlo-Analyse im Projektmanagement

Die Monte-Carlo-Analyse ist ein Risikomanagement-Verfahren zur quantitativen Analyse von Risiken. Diese mathematische Methode wurde 1940 von dem Atomwissenschaftler Stanislaw Ulam entwickelt. Sie dient dazu, die Auswirkungen von Risiken auf Ihr Projekt zu ermitteln. Wie würde sich z. B. ein Risiko auf unseren Zeitplan oder die Projektkosten auswirken? Monte Carlo liefert Ihnen eine Palette möglicher Ergebnisse und Wahrscheinlichkeiten, so dass Sie die Eintrittswahrscheinlichkeit verschiedenster Szenarien erwägen können.

Nehmen wir beispielsweise an, Sie wissen nicht genau, wie lange Ihr Projekt dauern wird. Sie haben aber ungefähre Zeitschätzungen für die einzelnen Projektaufgaben und legen anhand dieser Zahlen die kürzeste mögliche Dauer (optimistisch) und die längste mögliche Dauer (pessimistisch) für jede Aufgabe fest.

Mithilfe der Monte-Carlo-Methode können Sie dann alle potenziellen Kombinationen analysieren und wahrscheinliche Abschlussdaten Ihres Projekts erhalten.

Die Ergebnisse könnten so aussehen:

  • 2 % Wahrscheinlichkeit eines Projektabschlusses in 12 Monaten (wenn jede einzelne Projektaufgabe in der optimistischen Zeit abgeschlossen wird).
  • 15 % Wahrscheinlichkeit eines Projektabschlusses in 13 Monaten.
  • 55 % Wahrscheinlichkeit eines Projektabschlusses in 14 Monaten.
  • 95 % Wahrscheinlichkeit eines Projektabschlusses in 15 Monaten.
  • 100 % Wahrscheinlichkeit eines Projektabschlusses in 16 Monaten (wenn alles so lange dauert wie nach der pessimistischen Annahme).

Anhand dieser Informationen sind Sie nun besser in der Lage, Ihre Zeitleiste zu veranschlagen und Ihr Projekt zu planen.

Vorteile der Monte-Carlo-Analyse im Projektmanagement

Die Monte-Carlo-Analyse bietet die folgenden Hauptvorteile für Ihre Projekte:

  • Sie lässt frühzeitig erkennen, wie wahrscheinlich es ist, dass Sie die Meilensteine und Deadlines Ihres Projekts erreichen werden.
  • Sie kann helfen, realistischere Budgets und Zeitpläne zu erstellen.
  • Sie zeigt die Wahrscheinlichkeit von Termin- und Kostenüberschreitungen auf.
  • Sie quantifiziert Risiken, so dass sich die Auswirkungen besser einschätzen lassen.
  • Sie liefert objektive Daten für die Entscheidungsfindung.

Beschränkungen der Monte-Carlo-Analyse im Projektmanagement

  • Sie müssen für jede analysierte Aktivität oder Größe drei Schätzungen angeben.
  • Die Analyse ist immer nur so gut wie die eingegebenen Schätzungen.
  • Die Monte-Carlo-Simulation zeigt Ihnen die Gesamt-Wahrscheinlichkeit für das Projekt oder einen großen Teil davon (z. B. eine Phase). Einzelne Aktivitäten oder Risiken lassen sich damit nicht analysieren.

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