Die 4 Werte und 12 Prinzipien des agilen Projektmanagements

Wann immer Sie ein neues Projekt in Angriff nehmen, benötigen Sie eine geeignete Struktur, an der sich das Team während der Umsetzung orientieren kann. Planung ist wichtig, doch manchmal fällt es schwer, den Anfang zu finden. Glücklicherweise gibt es bereits eine breite Palette an bewährten Projektmanagementansätzen, aus denen Sie nur einen geeigneten auswählen müssen.

Agile Ansätze gehören zu den beliebtesten Methoden im Projektmanagement, denn wie der Name bereits verrät, ermöglichen diese den Projektmanagern größtmögliche Flexibilität. So können sie stets rasch auf neue Herausforderungen reagieren und bei Bedarf beispielsweise eine Anpassung der Arbeitsweise vornehmen.

Bevor Sie agiles Projektmanagement effektiv in Ihrem Unternehmen einsetzen können, empfehlen wir, sich etwas genauer mit der Methode zu befassen. In diesem Artikel erfahren Sie, was agiles Projektmanagement ist, worin die agilen Werte und Prinzipien bestehen und wie Sie diese Prinzipien in Ihrem nächsten Projekt berücksichtigen können.

Was ist agiles Projektmanagement?

Was versteht man eigentlich unter agilem Projektmanagement? Kurz gesagt handelt es sich dabei um einen Projektmanagementansatz, der sich an agilen Werten und Prinzipien orientiert. Insgesamt haben Projektmanager bei Verwendung der agilen Methode vier Werte und zwölf Prinzipien zu beachten.

Zum ersten Mal formuliert wurden diese agilen Werte und Prinzipien im sogenannten „agilen Manifest“ – einem Dokument, das 2001 bei einem Treffen von Softwareentwicklern und Programmierern entstand. Das agile Manifest war ein Gegenentwurf zu älteren Projektmanagementmethoden und -prozessen, die für moderne Projekte nicht mehr praktikabel erschienen.

Unterzeichnet wurde das agile Manifest von 17 Personen, die als Agile Alliance bekannt werden sollten. Nach der Veröffentlichung des Manifests wuchs die Alliance stark an und zählt heute mehr als 72.000 Mitglieder, die sich in ihrer täglichen Arbeit an den Werten und Prinzipien des agilen Projektmanagements orientieren. 

Für welche Art von Projekten sind agile Ansätze geeignet? Ursprünglich für IT-Projekte entwickelt, macht die agile Methode ihrem Namen alle Ehre und lässt sich für die Bedürfnisse unterschiedlichster Projekte und Branchen anpassen. Sie ermöglicht es, Projekte auf flexible Art und Weise abzuwickeln und Ziele auch im laufenden Prozess zu ändern, ohne dass der Gesamterfolg des Projekts gefährdet wird. Dank dieser Flexibilität ist die agile Herangehensweise für alle Teams geeignet, die reaktionsschnell bleiben und sich keine zu strengen Regeln oder Fristen auferlegen wollen. Ihr Team verfügt über gute Kommunikationsfähigkeiten und bevorzugt eine Arbeitsweise mit weniger Struktur und mehr Anpassungsfähigkeit? Dann könnte agiles Projektmanagement die richtige Wahl für Sie sein.

Doch worin bestehen nun die Werte und Prinzipien, auf denen die agile Methode gründet? Sehen wir uns das Ganze im Detail an.

Was sind die vier agilen Werte?

Werfen wir zunächst einen genaueren Blick auf die agilen Werte:

  1. Individuen und Interaktionen sind wichtiger als Prozesse und Werkzeuge
    Ein Grundpfeiler des agilen Projektmanagements ist, dass Kommunikation und zwischenmenschliche Beziehungen höher bewertet werden als streng geregelte Prozesse. Der agile Ansatz bevorzugt eine persönlichere Herangehensweise, bei der Teams ständig in Kontakt miteinander bleiben, anstatt rigide, vorab vereinbarte Meetings abzuhalten.
  2. Funktionierende Software ist wichtiger als umfassende Dokumentation
    Agile Teams sind keine Freunde von komplizierter Dokumentation. Anstelle von traditioneller Dokumentation nutzen sie lieber flexiblere Softwarelösungen, um ihre Daten, Berichte und Status-Updates zu verwalten.
  3. Zusammenarbeit mit dem Kunden ist wichtiger als Vertragsverhandlungen
    Agile Teams lieben die Zusammenarbeit. Das erstreckt sich auch auf den regelmäßigen Austausch mit Kunden und Stakeholdern und das Einholen von Feedback zum Projektfortschritt. Langatmige Verträge, die immer wieder überarbeitet werden müssen, sind hingegen weniger gut mit der agilen Methode vereinbar.
  4. Reagieren auf Veränderung ist wichtiger als das Befolgen eines Plans
    Dieser Wert fasst wohl am besten zusammen, was hinter dem agilen Projektmanagement steckt. Agile Teams zeichnen sich durch hohe Reaktionsfreudigkeit aus und passen sich mühelos an neue Umgebungen und Herausforderungen an.

In der agilen Welt sind sämtliche Prozesse und Aufgaben an diesen Werten ausgerichtet. Doch worin bestehen die zwölf Prinzipien, die den agilen Ansatz weiter ausdefinieren?

Was sind die zwölf agilen Prinzipien?

Bestimmt wird Ihnen auffallen, dass die agilen Prinzipien einen eindeutigen Bezug zu Softwareentwicklungsprojekten haben. Viele Mitglieder der ursprünglichen Agile Alliance waren in diesem Bereich tätig, und dieser Umstand spiegelt sich auch im agilen Manifest wider. Allerdings sind die Prinzipien durchaus auch auf Projekte in anderen Bereichen und Branchen anwendbar. Betrachten wir also genauer, was sich dahinter verbirgt:

  1. Unsere höchste Priorität ist es, den Kunden durch frühe und kontinuierliche Auslieferung wertvoller Software zufrieden zu stellen.
    Für agile Teams steht die Kundenzufriedenheit an oberster Stelle. Sie bevorzugen es, in regelmäßigen Abständen (Teil-)Ergebnisse zu liefern, anstatt Kunden nach langer Wartezeit vor vollendete Tatsachen zu stellen.
  2. Heiße Anforderungsänderungen selbst spät in der Entwicklung willkommen. Agile Prozesse nutzen Veränderungen zum Wettbewerbsvorteil des Kunden.
    Agile Teams können jederzeit auf Änderungen reagieren, auch in letzter Sekunde. Dies verleiht ihnen einen Wettbewerbsvorteil gegenüber herkömmlichen Teams, die meist über kein so flexibles Change Management verfügen.
  3. Liefere funktionierende Software regelmäßig innerhalb weniger Wochen oder Monate und bevorzuge dabei die kürzere Zeitspanne.
    Auch hier wird deutlich, dass agile Teams lieber kontinuierlich kommunizieren, anstatt vorab Termine für den Austausch mit den Kunden anzusetzen, die oft zu weit auseinander liegen. In Scrum-Teams beispielsweise wird die Arbeit in ein bis vier Wochen lange Zyklen (sogenannte Sprints) aufgeteilt.
  4. Fachexperten und Entwickler müssen während des Projektes täglich zusammenarbeiten.
    Zusammenarbeit ist ein Kernelement des agilen Ansatzes und erstreckt sich auf Teammitglieder, Stakeholder, Entwickler, Kunden und sämtliche anderen relevanten Parteien.
  5. Errichte Projekte rund um motivierte Individuen. Gib ihnen das Umfeld und die Unterstützung, die sie benötigen, und vertraue darauf, dass sie die Aufgabe erledigen.
    Agile Teams erzielen Erfolge, weil sie die richtigen Personen für das Projekt auswählen. Unterstützung, Zusammenarbeit und die richtigen Tools sind der Schlüssel zum Erfolg.
  6. Die effizienteste und effektivste Methode, Informationen an und innerhalb eines Entwicklungsteams zu übermitteln, ist im Gespräch von Angesicht zu Angesicht.
    Seien wir uns ehrlich: Persönliche Zusammenarbeit ist im Projektmanagement nach wie vor unerlässlich. Doch auch in unserer neuen Realität der hybriden Arbeitsmodelle und des Homeoffice kann dieses Prinzip berücksichtigt werden. Software wie Zoom und Teams bieten eine gute Alternative zu Anrufen und E-Mails, und wenn große Entscheidungen im Projektverlauf anstehen, können auch persönliche Treffen vereinbart werden.
  7. Funktionierende Software ist das wichtigste Fortschrittsmaß.
    Dieses Prinzip bezieht sich konkret auf Software, doch die Botschaft kann auch auf andere Bereiche ausgedehnt werden. Ziel eines agilen Teams ist stets, die bestmögliche Qualität an den Kunden zu liefern. Ist der Kunde zufrieden, so kann das Projekt als Erfolg gewertet werden.
  8. Agile Prozesse fördern nachhaltige Entwicklung. Die Auftraggeber, Entwickler und Benutzer sollten ein gleichmäßiges Tempo auf unbegrenzte Zeit halten können.
    Dieses Prinzip zu befolgen, ist für viele Teams eine Herausforderung. Häufig zünden Teams gleich zu Beginn einen Turbo, verfallen aber dann für das restliche Projekt in ein langsameres Tempo. Agile Teams hingegen sollten versuchen, über das gesamte Projekt hinweg gleichmäßig schnell zu arbeiten.
  9. Ständiges Augenmerk auf technische Exzellenz und gutes Design fördert Agilität.
    Agiles Projektmanagement ist niemals statisch. Jedes neue Projekt bietet eine Möglichkeit, innovativ zu sein und Neues zu schaffen, anstatt die immer gleichen Ideen wiederzukäuen.
  10. Einfachheit – die Kunst, die Menge nicht getaner Arbeit zu maximieren – ist essenziell.
    Agile Teams verkomplizieren die Dinge nicht unnötig. Sie machen ihre Arbeit sorgfältig, erfüllen die Anforderungen und wenden sich dann rasch dem nächsten Projekt zu.
  11. Die besten Architekturen, Anforderungen und Entwürfe entstehen durch selbstorganisierte Teams.
    Was macht ein außergewöhnliches Team aus? Ein Teamleiter, der jedem Mitglied die Chance zu glänzen gibt. Mikromanagement hat nur selten positive Auswirkungen auf Teams, und agile Teams zeigen beispielhaft, was möglich ist, wenn man ihnen freie Hand lässt.
  12. In regelmäßigen Abständen reflektiert das Team, wie es effektiver werden kann, und passt sein Verhalten entsprechend an.
    Kontinuierliche Verbesserung ist das Herzstück der agilen Methode, und regelmäßige Überprüfungen der Teamperformance können helfen, schlechte Gewohnheiten abzulegen und erfolgreicher zu werden.

Tipps zur Berücksichtigung agiler Werte und Prinzipien in Ihren Projekten

Sie würden agiles Projektmanagement gerne selbst ausprobieren und möchten wissen, wie Sie die im Manifest formulierten Leitsätze konkret umsetzen können? Keine Sorge, auch hierzu haben wir einige hilfreiche Tipps für Sie gesammelt.

Zunächst sei festgehalten, dass es für die Implementierung von agilen Werten und Prinzipien kein Patentrezept gibt. Das agile Manifest ist ein intuitiver Leitfaden, den Ihre Teams frei interpretieren können. Solange die Kernideen der agilen Methode gewahrt bleiben, können je nach Projekt jederzeit Anpassungen vorgenommen werden.

Eine Möglichkeit, die Erfolgschancen zu steigern, liegt in der Verwendung von Projektmanagemensoftware, die mit den Prinzipien der agilen Methode kompatibel ist. Ein kollaboratives Arbeitsmanagement-Tool wie Wrike unterstützt Ihr agiles Team mit Funktionen wie z. B.:

  • einer Single Source of Truth für Berichte, Änderungen und Kommentare ohne lästige Zusatzdokumente
  • @Erwähnungen und Integrationen mit anderen Anwendungen, die sicherstellen, dass die gesamte Kommunikation in einem zentralen System stattfinden kann und alle Projektbeteiligten auf demselben Stand sind
  • personalisierbaren Anfrage- und Arbeitseingangsformularen zur erleichterten Priorisierung von Arbeitsschritten und Optimierung der einzelnen Sprints
  • sofort einsatzbereiten Vorlagen für Ihr Team, darunter Zusammenarbeit in agilen Teams, Sprint-Planung, Kanban-Projekte usw.

Neugierig, wie Ihr agiles Projektteam von Wrike profitieren kann? Starten Sie noch heute eine kostenlose zweiwöchige Testphase.

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