Umfrage-Ergebnisse: Die Zukunft der Remote-Arbeit

Unternehmen wie Google planen, ihre Büros bis Juli 2021 geschlossen zu lassen, und Twitter hat das Arbeiten im Homeoffice auf „für immer“ ausgeweitet. Die Remote-Arbeit dürfte also in absehbarer Zeit die „nächste Normalität“ sein.

Wrike wollte wissen, ob Mitarbeiter das Gefühl haben, dass sie bei der Remote-Arbeit von ihren Unternehmen gut unterstützt werden, um produktiv und nachhaltig zu arbeiten. Aus diesem Grund haben wir mithilfe von SurveyMonkey Audience vom 6. bis zum 20. Juli 2020 über 1.000 Vollzeitangestellte von Unternehmen befragt, die ihren Mitarbeitern die Möglichkeit geboten hatten, von zuhause aus zu arbeiten.

Mangel an Infrastruktur und Schulung

Es ist heute wichtiger als je zuvor, dass Remote-Teams in Verbindung bleiben und produktiv arbeiten können. Der Schlüssel zum Erfolg ist die Bereitstellung der richtigen Ressourcen für die digitale Zusammenarbeit.

Nahezu die Hälfte der Teilnehmer haben immer noch nicht die Infrastruktur, Daten und Plattformen für eine produktive Arbeit

Wir haben Mitarbeiter gefragt, ob sie ausreichenden Zugang zu Infrastruktur, Hardware, Daten und Plattformen ihres Unternehmens haben, um bei der Arbeit im Homeoffice produktiv zu sein (wie z. B. Breitband-Internet, Monitore, eine ausreichende Schreibtischausstattung und VPN-Zugang). 44 Prozent der Teilnehmer gaben an, sie hätten unzureichenden oder überhaupt keinen Zugang, um weiterhin produktiv zu arbeiten.

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Obwohl die richtigen Tools bereitstehen, haben 52 Prozent der Mitarbeiter keine geeigneten Schulungen in der Nutzung von Arbeitsmanagement-Plattformen erhalten

Arbeitsmanagement-Tools sind sehr viel mehr als To-do-Listen — sie sind für die Zusammenarbeit konzipiert. Wenn Mitarbeiter in der optimalen Nutzung von Arbeitsmanagement-Plattformen geschult werden, können sie sich besser mit anderen abstimmen, die Qualität und Konsistenz der Arbeit verbessern und Missverständnisse bei der Remote-Arbeit reduzieren.

Wir haben Mitarbeiter gefragt, ob sie sich ausreichend geschult fühlen, um ihre Arbeit mit Arbeitsmanagement-Plattformen zu erstellen, zu verwalten und auszuführen. Mehr als die Hälfte der Teilnehmer glauben, dass die Schulungen nicht ausreichend waren.

Obwohl viele Unternehmen mittlerweile Homeoffice-Lösungen für ihre Mitarbeiter implementiert haben, sind diesbezügliche Schulungs- und Feedback-Prozesse immer noch unzureichend. Mitarbeiter haben die Tools, um weiterhin produktiv zu sein, können diese Systeme aber nicht voll ausschöpfen, weil Unternehmen keine angemessenen Schulungen zur Nutzung von Arbeitsmanagement-Plattformen anbieten.

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Standardisierte Prozesse und Erwartungen

Stillstehende Aufgaben, unorganisierte Daten, Missverständnisse und vergessene Anfragen – das sind die Ergebnisse gescheiterter kollaborativer Prozesse. Und wenn Ihr Team nicht physisch im Büro anwesend ist, wird diese Herausforderung noch viel größer. Unternehmen, denen es nicht gelingt, Prozesse zu standardisieren oder klare Erwartungen festzulegen, werden unweigerlich Probleme haben.

Nur die Hälfte der Mitarbeiter weiß genau, welche Prozesse bei der Erledigung der Arbeit befolgt werden müssen

54 Prozent der Mitarbeiter sind sich vollständig der Prozesse bewusst, die befolgt werden müssen, um ihre Arbeit zu erledigen. Fast ein Drittel sagt, ihr Unternehmen biete zwar diverse Prozesse und Systeme an, diese seien jedoch redundant. Und der Rest der Teilnehmer gab an, dass sie jede beliebige Plattform nutzen könnten, auf der sie gerne arbeiten, und dass die Plattformen und Prozesse ihres Unternehmens inkonsistent seien.

Die Funktionen der verschiedenen Tools können sich überschneiden, und der ständige Wechsel zwischen all diesen Anwendungen führt nicht nur zu Verzögerungen, sondern oft zu noch mehr Silos, Ineffizienzen und mangelnder teamübergreifender Transparenz.

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Nur 51 Prozent der Mitarbeiter wissen, was von ihnen erwartet wird, wenn sie von zuhause aus arbeiten

Eine Richtlinie für die Arbeit im Homeoffice kann Mitarbeitern helfen, auch zuhause produktiv zu sein, doch ohne klare Anleitungen fühlen sich Mitarbeiter im Ungewissen.

Die meisten Unternehmen haben ihre Belegschaft schon seit den staatlich verordneten Lockdowns ins Homeoffice geschickt. Dennoch wissen 49 Prozent der Mitarbeiter immer noch nicht genau, was im Hinblick auf Arbeitszeit, Verfügbarkeit, Produktivität usw. von ihnen erwartet wird: 11 Prozent gehen davon aus, selbst für ihre Produktivität verantwortlich zu sein, während 4 Prozent sagen, dass es überhaupt keine festgelegten Standards für die Verfügbarkeit oder Produktivität gibt.

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60 Prozent der Mitarbeiter über 60 Jahre glauben, dass ihr Arbeitgeber klare Erwartungen für sie festgelegt hat; Mitarbeiter zwischen 18 bis 29 Jahren stimmen nur zu 40 Prozent zu

Mitarbeiter über 60 waren sich im Vergleich zu Mitarbeitern zwischen 18 und 29 Jahren um 20 % sicherer, was von ihnen im Hinblick auf Arbeitszeiten, Produktivität und Verfügbarkeit genau erwartet wird.

Da die Arbeit im Homeoffice vor dem Eintritt der 18- bis 29-Jährigen in die Arbeitswelt weniger üblich war, halten Mitarbeiter über 60 eher an Arbeitsplatzstandards fest, die vor dem „Zeitalter der Remote-Arbeit“ die Regel waren.

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Kommunikation ist entscheidend

Einige Unternehmen kämpfen immer noch mit der Standardisierung der Kommunikation unter Mitarbeitern

Mitarbeiter tendieren bei der Remote-Arbeit leicht dazu, nur in Silos zu arbeiten – besonders wenn das Unternehmen keinen definierten Kommunikationskanal etabliert hat. Die Nutzung verschiedener Plattformen für verschiedene Teams kann die Kommunikation komplett zum Erliegen bringen.

Ungefähr 60 Prozent der Unternehmen haben erfolgreich eine Standardplattform wie Wrike oder Slack für alle Mitarbeiter eingeführt. 24 Prozent haben einen standardisierten Kommunikationsweg gewählt, aber noch nicht offiziell implementiert. Doch 16 Prozent der Unternehmen haben nur begrenzte oder gar keine Tools für die Remote-Arbeit, 13 Prozent von ihnen verlassen sich immer noch komplett auf E-Mail.

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Das Feedback zu Prozessen wird manchmal gehört, aber nicht immer implementiert

Feedback-Prozesse sind unerlässlich, um sicherzustellen, dass Mitarbeiter gehört und verstanden werden – ganz besonders in diesen schwierigen Zeiten, in denen sich einige von ihnen im Homeoffice isoliert fühlen. Feedback ist auch entscheidend für die Vertrauenskultur und den Erfolg des Unternehmens insgesamt.

Fast die Hälfte der Umfrageteilnehmer berichten, dass ihre Unternehmen Feedback-Prozesse für die Verbesserung der bestehen Abläufe anbieten. Jedoch gaben 27 Prozent der Mitarbeiter an, dass ihr Unternehmen zwar Feedback erfasst, zumeist aber nicht darauf reagiert. Ungefähr 22 Prozent gaben an, Feedback werde hin und wieder erfasst, und 5 Prozent berichten, dass ihre Arbeitgeber gar kein Feedback einholen.

Wenn Unternehmen die Prozesse auf der Grundlage von Feedback nicht verbessern, kann es für Mitarbeiter schwierig werden, auf lange Sicht produktiv von zuhause aus zu arbeiten.

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Die Zukunft der Remote-Arbeit

COVID-19 hat den Markt zweifellos hart getroffen, und die Anpassungsphase bringt zahlreiche Herausforderungen mit sich. Wir haben unsere Teilnehmer gefragt, wie transparent ihre Unternehmen hinsichtlich ihrer Pläne für den Weg durch die Pandemie waren und wie sie den Erfolg ihrer Unternehmen insgesamt beurteilen würden.

Die meisten Mitarbeiter wissen, wie es ihrem Unternehmen während der COVID-19-Krise geht

53 Prozent der Mitarbeiter gaben an, dass sie über den aktuellen und zukünftigen Zustand des Unternehmens informiert wurden, während 33 Prozent diese Informationen nur von ihrem Manager gehört haben. Bei 14 Prozent der Befragten fehlt die Kommunikation zu diesem Thema ganz.

Unternehmen waren überwiegend transparent darin, welches Gesamtkonzept sie für das Überleben in der wirtschaftlichen Krise durch COVID-19 aufgestellt haben.

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Unternehmen haben unterschiedliche Standards zur Erfolgsmessung der Remote-Arbeit

Laut unseren Teilnehmern wenden Unternehmen unterschiedliche Standards an, um Erfolg bei der Remote-Arbeit zu messen. Dies hat nicht nur Auswirkungen darauf, wie Mitarbeiter an ihre Arbeit herangehen, sondern auch, wie Unternehmen sie dabei unterstützen.

Wir haben gefragt, wie die Unternehmen der Befragten Erfolg definieren. Ungefähr 39 Prozent gaben an, dass Erfolg daran gemessen wird, wie Mitarbeiter zusammenarbeiten, sich gegenseitig unterstützen und das Wachstum fördern. Bei rund 19 Prozent beruht Erfolg darauf, dass neue, einzigartige Ansätze oder Produkte entwickelt werden.

Auf der anderen Seite sagen 20 Prozent der befragten Mitarbeiter, dass Umsatz, Marktführerschaft und Fortschritte gegenüber Wettbewerbern den Erfolg ihres Unternehmens bestimmen. Ähnlich glauben 22 Prozent, dass ihr Unternehmen den Erfolg anhand der Wirtschaftlichkeit, Effizienz und Verbesserung ermittelt.

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Unternehmen versuchen, eine gute Kultur der Remote-Arbeit aufrechtzuerhalten

Wenn Unternehmen wissen, wie sie ihre Mitarbeiter am besten unterstützen und motivieren, fördert das die Arbeitsmoral und den Umgang mit persönlichen oder beruflichen Herausforderungen. Die sinkende Stimmung unter der Belegschaft während der aktuellen Pandemie ist für Manager ein neues Problem.

Wir haben Mitarbeiter gefragt, welche Initiativen für die informelle Kommunikation ihre Unternehmen zu ihrer Unterstützung bereitgestellt haben. 23 Prozent gaben an, dass ihre Unternehmen stärker auf arbeitsbezogene Team- und Firmenevents setzen, um Mitarbeiter zu unterstützen. Rund 28 Prozent sagten, ihre Personalabteilung habe zentralisierte Projekte und Initiativen gestartet. Bei 12 Prozent der Teilnehmer haben ihre Unternehmen zwar solche Initiativen organisiert, aber es fehlte an Unterstützung seitens aller Teammitglieder.

Ungefähr 37 Prozent sagen, dass sie freiwillig ihre Erfahrungen und bewährten Verfahren mit anderen Teams teilen. Grundsätzlich sind Mitarbeiter dazu bereit, an informelleren Unternehmensaktivitäten teilzunehmen und eine gute Kultur bei der Remote-Arbeit zu fördern.

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Unternehmen werden nach der Pandemie nicht wieder zu ihrer normalen Arbeitsweise zurückkehren; sie müssen sich also schnell anpassen, um jetzt und auf absehbare Zeit erfolgreich zu sein.

Unsere Umfrage zeigt, dass Mitarbeiter sich immer noch nicht vollständig auf die Remote-Arbeit vorbereitet fühlen. Ungefähr die Hälfte hat das Gefühl, ihnen fehlen die erforderlichen Ressourcen und Tools für die produktive Arbeit sowie die richtigen Schulungen, um Arbeitsmanagement-Software zu nutzen. Die Erwartungen hinsichtlich Produktivität und Verfügbarkeit sind weiterhin unklar, doch Mitarbeiter wurden meistens darüber informiert, wie es ihren Unternehmen während der COVID-19-Krise geht.

Insgesamt gibt es bei Unternehmen immer noch viel Verbesserungspotenzial, um Mitarbeiter auf dem Weg zur langfristigen Produktivität im Homeoffice zu unterstützen.

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