Produktmanagement ist als Disziplin nicht zu unterschätzen. Während man innovative Produkte entwickelt, die bei den Kunden gut ankommen sollen, muss man gleichzeitig Stratege, Analyst, Marketing-Experte und Geschäftsführer sein, um die Unternehmensziele mit den Kundenanforderungen unter einen Hut zu bringen.

Die besten Produktmanager lernen täglich dazu und verbessern ihre Arbeitsmethoden fortlaufend. Wenn Sie gerade eine Produktmanagement-Karriere angefangen haben oder einfach mehr über dieses Gebiet erfahren möchten, bieten Ihnen diese sieben Best Practices von Produktmanagement-Experten auf Quora einen interessanten Einblick in die Kunst des Produktmanagements.

Grundregeln für erfolgreiches Produktmanagement

1. Die Unternehmensziele klar verstehen

Wie wird in Ihrem Unternehmen Erfolg gemessen? Inwiefern stimmt die Produktstrategie mit den übergeordneten Unternehmenszielen überein? Wer sind Ihre idealen Kunden und welchen Anforderungen muss das Produkt entsprechen? Nehmen Sie sich ausreichend Zeit, um sich ein klares Bild davon zu verschaffen, was für die Führungskräfte und Stakeholder (einschließlich den Nutzern!) wichtig ist und versuchen Sie sich so weit wie möglich anzupassen.

2. Reden Sie mit Kunden

Bestandskunden und Nutzer sind Ihre besten Quellen. Schließlich wäre es sinnlos, ein sensationelles Produkt zu entwickeln, wenn es hinterher niemand benutzt. Viele von Ihren aktuellen Kunden werden Ihnen gerne mitteilen, welche Funktionen sie am häufigsten nutzen, welche ihnen am besten gefallen und welche sie überhaupt nicht mögen.

Diese Punkte sind ausschlaggebend, um den echten Wert Ihres Produktes zu verstehen — und eine angemessene Produktmanagement-Strategie zu entwickeln. Führen Sie einen Nutzerverhaltens-Test oder eine kleine Umfrage durch, um mehr darüber in Erfahrung zu bringen, wie Kunden die Produkte verwenden. Für mehr Informationen darüber, wie Kunden auf der Website des Unternehmens interagieren, können Sie ein Besuchertracking mit Heatmaps vornehmen. Darüber hinaus sollten Sie immer versuchen, so viel Feedback wie möglich zu erhalten. 

3. Nutzen Sie das Wissen Ihres Sales- und Support-Teams

Ihr Sales-Team ist ständig mit potentiellen Kunden in Verbindung und hat deswegen einen wertvollen Einblick in die Marktlandschaft, die spezifischen Schwächen und Stärken Ihres Produktes und die Probleme, die Kunden lösen möchten, wenn sie sich für Ihr Produkt interessieren.

Ähnlich verhält es sich bei Ihrem Support-Team: Niemand weiß mehr darüber, wie Bestandskunden die Produkte wirklich nutzen — was sich möglicherweise sehr davon unterscheiden kann, wie sie Ihrer Meinung nach das Produkt benutzen sollten. Nehmen Sie an Support-Calls teil, um häufig aufkommende Probleme, Beschwerden und Fragen zu ermitteln, mit denen das Team konfrontiert wird, und finden Sie mehr darüber heraus, welche Aspekte Ihres Produkts Sie priorisieren müssen.

4. Benutzen Sie das Produkt!

Sie haben bestimmt schon mal von der goldenen Regel „Eat your own dog food“ (Essen Sie Ihr eigenes Hundefutter bzw. verwenden Sie Ihre eigene Software) gehört. Das scheint auf den ersten Blick ziemlich offensichtlich, aber Sie müssen sich wirklich reinknien und Ihr Produkt täglich selber verwenden. Welche Unterschiede bestehen zwischen der Testphase und dem kostenpflichtigen Produkt? Welche Features sind ideal für Mobilgeräte und welche nicht? Ist die Benutzeroberfläche intuitiv genug? Wie oft stoßen Sie auf Softwarefehler oder kleinere Störungen? Sie sollten Ihr Produkt besser als alle anderen kennen.

5. Analysieren Sie andere Produkte

Denken Sie an die Produkte und Websites, die Sie gerne verwenden: Warum finden Sie diese gut? Was für ein Design wird auf den Seiten für Registrierungen und Anmeldungen für Testversionen verwendet? Wie verläuft die Kaufabwicklung? Falls Sie eine schlechte Erfahrung gemacht haben, warum war diese so schlimm? Halten Sie die Augen offen und stellen Sie ein sogenanntes „Swipe File“ mit Ideen und Einfällen zusammen, die später bei Ihren eigenen Produktmanagement-Strategien hilfreich sein können.

6. Planung, Ausführung, Iteration

Definieren Sie eine langfristige Vision für Ihr Produkt, indem Sie alle Informationen und Einblicke einsetzen, die Sie mittels der oben genannten Schritte gesammelt haben. Dann können Sie diese Vision in kleinere Iterationen für die Entwicklung und Ausführung unterteilen — wenden Sie alles an, was Sie gelernt haben, um die nächste Iteration zu verbessern und zu definieren. Mit diesen Schritten können Sie feststellen, welche Funktionen und Fähigkeiten Sie bei der nächsten Produktfreigabe priorisieren sollten (und können diese Entscheidungen auch vor Führungskräften und Stakeholdern vertreten).

7. Bleiben Sie in Verbindung mit Kollegen in der Produktmanagement-Community

Online-Communities eignen sich ideal, um mit Branchen-Trends und Best Practices auf dem Laufenden zu bleiben, Ihr Netzwerk zu erweitern und um von leitenden Produktmanagern mit jahrelanger Erfahrung zu lernen. LinkedIn-Gruppen wie die Product Management Networking Group und Product Development & Management Association, die Kategorie Product Management auf Quora und die Product Manager HQ Slack-Community sind ausgezeichnete Möglichkeiten, um sich weiterzubilden und mit anderen Fachleuten aus dem Bereich des Produktmanagements Kontakt aufzunehmen.

Sind Sie daran interessiert, eine Karriere als Produktmanager zu starten?

Woraus besteht die tägliche Arbeit eines Produktmanagers genau? Wie bekommen Sie einen Fuß in die Tür? Welche Informations-Plattformen verhelfen zukünftigen Produktmanagern zum Erfolg? Welche Tools werden üblicherweise von Produktmanagern verwendet? Möchten Sie Produktmanager werden? Dann werfen Sie doch einen Blick auf unseren Crashkurs, der Ihnen eine Einführung in dieses Arbeitsfeld bieten wird: Das 1x1 des Produktmanagements: Wie man Produktmanager wird

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