Wenn Sie eine Google-Suche nach „Master-Studium in Projektmanagement“ durchführen, erhalten Sie mehr als 3 Millionen Ergebnisse für Schulen weltweit. Zugegeben, diese Ergebnisse sind nicht nur Angebote von Schulen, die Lehrprogramme anbieten, aber trotzdem – das ist beeindruckend.

Wenn Sie versuchen, Ihre Suchergebnisse einzugrenzen, indem Sie eine Website wie gradschools.com besuchen, und nach „Business & MBA“ und „Projektmanagement“ filtern, erhalten Sie trotzdem noch 327 Ergebnisse. Besser, aber immer noch ein Dschungel an Angeboten.

Den richtigen Studiengang zu finden ist kein leichtes Unterfangen. Es gibt zwei Fragen, die Sie sich selbst fragen müssen, bevor Sie die Suche beginnen:

(1) Ist ein Master in Projektmanagement (MPM) wirklich das, was Sie wollen? Würden Sie eine alternative Route bevorzugen, wie eine MBA- oder PMP-Zertifizierung?
(2) Und wenn Sie sich für ein MPM entscheiden, welche persönlichen Anforderungen stellen Sie bei der Wahl eines Programms?

Möchten Sie ein besseres Projektmanagement-Tool, das Ihr Team verwenden wird? Starten Sie noch heute Ihren kostenlosen Wrike Test!

Die große Debatte um einen Abschluss in Projektmanagement

Es gibt widersprüchliche Ansichten darüber, ob ein Master-Abschluss in Projektmanagement den Zeitaufwand und das Geld Wert ist. In einem US-News-Artikel wird berichtet, dass 43% der Projektmanager in den USA nur einen Bachelor-Abschluss haben.

Wenn Sie die Debatte um einen Abschluss in Projektmanagement verfolgen, wird Ihnen auch bekannt sein, dass es unterschiedliche Meinungen über den Wert dieses Studiums gibt. Manche Leute sagen, "Erwerben Sie einen Master in Projektmanagement", andere sagen, "Ein allgemeiner MBA ist wichtig", manche Leute empfehlen stattdessen alternative Zertifikate (z.B. PMP) – und dann gibt es noch andere, die sagen, "Es geht nicht um die Abschlüsse, sondern die Erfahrung".

Bei so vielen Meinungen kann man schon mal die Orientierung verlieren...

Wir haben verschiedene Foren und Artikel durchsucht und versucht, einen Konsens unter den Fachleuten zu finden, ob man einen Master in Projektmanagement erwerben sollte oder nicht:

Die Vor- und Nachteile eines Masters in Projektmanagement

Vorteile:

1. Beschäftigungsfähigkeit

„Durch das Unterrichten eines MPM-Programms an einer örtlichen Universität in den vergangenen fünf Jahren, bin ich fest davon überzeugt, dass Studenten, die dieses Programm abgeschlossen haben, mit einem Abschluss viel beschäftigungsfähiger sind.“
— JD McKenna, Projektmanager, USA

„Ich habe einen Master in Projektmanagement und diese Qualifikation sticht in meinem Lebenslauf bei der Bewerbung um tolle Jobs hervor. Ich kenne viele Leute mit MBAs, die sich noch in unteren Management-Positionen befinden. Ein Master in diesem speziellen Gebiet ist auf jeden Fall begehrt und sticht mehr hervor als ein MBA-Abschluss.“
— Anonym, USA

„Meine Empfehlung steht irgendwo in der Mitte. Ich würde empfehlen, dass Sie ein Master-Abschluss in Projektmanagement erwerben, mit Fokus auf Ihren Erfahrungsbereich oder Interessengebiet.“
— Dr. Paul D. Giammalvo, Projektmanager, Indonesien

 

2. Besser informierte Ausführung 

„Ich befinde mich jetzt in der Rolle eines PM (mit Zertifizierung), und ich denke definitiv, dass ich durch den MPM mit mehr Klarheit verstehe, warum wir die Dinge so tun wie wir sie tun, und es hat sicherlich beigetragen, Entscheidungen zu vermitteln.... Das MPM-Studium ist wirklich interessant, denn man kommt mit anderen Studenten mit anderen PM-Erfahrungen zusammen, von denen man lernen kann. Es ist eine Herausforderung, aber es lohnt sich.“

„Ich habe sowohl einen MBA- als auch einen MPM-Abschluss. Ich glaube nicht, dass diese zwei Abschlüsse im Wesentlichen identisch sind. Mein Fazit lautet: Es schadet nie, sich weiterzubilden, also erwerben Sie den Abschluss. Vielleicht verhilft er Ihnen nicht direkt zu Ihrem nächsten Job. Aber er sollte definitiv helfen, wenn es dann darum geht, den Job auszuführen.“
– Dave Violette, Programm-Manager, USA

„Für diejenigen, die gerade einen Master-Studiengang absolvieren und bereits mehr als ein paar Jahre Berufserfahrung, eine PMP-Zertifizierung und bestimmte große oder komplexe Projektmanagement-Erfahrungen haben, wird der Master in Projektmanagement wahrscheinlich von größerer Bedeutung für Ihren Arbeitgeber und für den eigenen ROI sein - nicht nur finanziell gesehen, sondern auch durch die Möglichkeit, aus dem Studienplan einen optimalen Nutzen zu ziehen. Ein Master in Projektmanagement wäre dann eine ausgezeichnete Zusatzausbildung.“
— Mark Price Perry, VP of Customer Care, USA

Nachteile:

1. Erfahrungen und Leistungen zählen mehr

„Gute Projektmanager entstehen durch Übung und kontinuierliche Selbstverbesserung. Natürlich müssen sie die Theorie kennen und verstehen, Professionalität kommt aber durch Anwendung, Anpassung und Verbesserung. Deshalb glaube ich nicht, dass man durch ein einmaliges, langes theoretisches Studium auf die nächste Stufe kommt.“
— Stan Yanakiev, IT Projektmanager, Bulgarien

„Die Qualifikation alleine hat mir nicht wirklich geholfen, eine Arbeit zu bekommen, es geht nur in Verbindung mit Erfahrung (die man erstmal bekommen muss) oder einer Zertifizierung. Ob ein MPM die Karriere fördert? Nein, ich glaube nicht, dass es die positiven Reaktionen hervorruft, die wir als Anerkennung unserer Bemühungen haben möchten.“
— Anonym

„Mir kämen bei einem PM-Kandidaten Zweifel, wenn er zwar einen Master in PM, aber keine Erfahrung hat. Erweiterte Studienabschlüsse sind sinnvoller, nachdem man praktische Erfahrungen gehabt hat.“
— Mark Price Perry, VP of Customer Care, USA

„Ich vergleiche Projektmanagement mit Fahrradfahren: Sie können so viele Bücher zu diesem Thema lesen wie Sie wollen, aber bis Sie aufsteigen und wirklich fahren, kennen Sie nur die Theorie und nicht die Praxis. Als Verantwortlicher für die Einstellung von Projektmanagern gehe ich erst nach Erfahrung, dann Zertifizierung und schließlich Qualifikationen. Auch bei Auszubildenden erwarte ich zwar nicht unbedingt Erfahrung im Projektmanagement, aber sie sollten zumindest als Team-Mitglieder in einer Projektumgebung tätig gewesen sein, da diese Umgebung völlig anders ist als eine normale Betriebsumgebung.“
— Julie Goff, Australien

2. Ein MBA hat eine breitere Anerkennung

Erfahrungen und erbrachte Leistungen zählen mehr als ein Studien-Abschluss in Projektmanagement. Deshalb würde ich empfehlen, dass Sie zuerst Ihren MBA abschließen. Projektmanagement als Lehrgangs-Modul wäre gut, aber als Hauptfach würde ich etwas wie Finanzen, Marketing, Supply Chain Management oder IT-Management wählen.“
— Satnam Bansal, Business Manager, USA

„Ich habe festgestellt, dass Projektmanagement-Kurse an Universitäten normalerweise auf die Baubranche ausgerichtet sind. Alle Arbeitsbeispiele hatten etwas mit dem Baugewerbe zu tun hatten. Ein MBA ist allgemein breiter anerkannt als ein PM-Master und gibt den Geschäftsleuten die Sicherheit, dass Sie verstehen, woher sie kommen.“
— Julie Goff, Australien (wieder)

3. Wichtiger ist ein positiver, starker Charakter 

„Lassen Sie mich ein weiteres Attribut hinzufügen, von dem ich glaube, dass es wichtiger ist als Erfahrung oder eine Zertifizierung. Die Arbeit eines Projektmanagers ist sehr dynamisch und verlangt, dass er mit allen Arten von Situationen umgehen kann; mit anderen Worten, ein Projektmanager ist von Natur aus ein Problemlöser. Aufgrund dessen muss ein Projektmanager einen positiven und starken Charakter haben, um den Druck seiner Arbeit ertragen zu können.“
— Wai Mun Koo, PMO-Direktor, Singapur

Weitere Faktoren, die bei der Wahl eines Programms zu berücksichtigen sind

Wenn Sie bei der Bewerbung um ein Bachelorstudium eine lange, anstrengende, detaillierte Prozedur durchmachen mussten, denken Sie an Folgendes: Ein Master ist in der Regel noch wettbewerbsbetonter.

Bevor Sie sich entscheiden, welches Programm Sie wählen, müssen Sie ermitteln, welchen potenziellen ROI Ihr Master-Abschluss bietet. Führen Sie eine langfristige Planung durch und legen Sie für die nächsten 5 bis 10 Jahre einen Fahrplan Ihrer Karriere fest. Wird ein Master-Abschluss helfen, dass Sie das Ende Ihres 10-Jahre-Plans erreichen? Was erhoffen Sie sich von dem Abschluss? Wären Sie mit einem MBA- oder PMP-Zertifikat besser dran, um Ihren 10-Jahres-Plan zu erreichen?

Nachdem wir Ratschläge und Tipps aus Foren und Artikeln gesammelt haben, folgen nun einige Faktoren, die Sie bei der Beantragung eines Programms berücksichtigen sollten:

MPM, MBA oder PMP


Beim Durchforsten verschiedener Diskussionsforen rund um das Thema, ob man einen Master in Projektmanagement erwerben sollte, haben wir gesehen, dass viele starke Führungskräfte stattdessen empfehlen, ein MBA- oder PMP-Zertifikat zu erwerben. Berücksichtigen Sie alle Ihre Optionen; tatsächlich wurde von den meisten eine Kombination von zwei oder sogar alle drei empfohlen.

MPM oder MBA? — Beide Abschlüsse haben dauerhaften Wert und zeigen Ihre Einsatzbereitschaft. MPM ist eine gute Wahl für Leute, die sich tief mit den Details und Nuancen des Projektmanagers beschäftigen wollen; MBA ist dagegen der Weg, den Sie nehmen sollten, wenn Sie die höheren Ebenen des Managements erklimmen wollen. Diese erfordern einen größeren Umfang an betriebswirtschaftlichen Kenntnissen, eine Mentalität für das große Ganze und die Sprache der Führungskräfte.

MPM oder PMP? — Beide sind ideal für Menschen, die bessere Projektmanager sein wollen. MPM ist eine gute Wahl für diejenigen, die langfristig in Projekt-Management-Positionen bleiben wollen. Wenn Sie nicht vorhaben, für immer im Projektmanagement zu bleiben, oder wenn Sie erst einmal davon absehen wollen, einen kompletten Studienabschluss zu erwerben, reicht vielleicht eine PMP-Zertifizierung, um Ihnen das Wissen zu vermitteln, das Sie für die nächsten 3-5 Jahre Ihrer Karriere benötigen.

Online oder vor Ort
Mit dem Aufkommen des Internets bieten immer mehr Hochschulen Online-Programme an. Wenn Sie Zugang zu den Kursen einer bestimmten Universität erlangen wollen, ohne dazu durch das ganze Land oder sogar die Welt reisen zu müssen, wie wäre es dann mit einem Online-Abschluss? Denken Sie aber daran, dass Sie dann die großen Bibliotheken und das Mensa-Essen verpassen werden.

Allgemein oder spezialisiert
Einige Master-Programme vermitteln allgemeines Wissen zum Projektmanagement und alles, was es mit sich bringt. Andere Programme sind branchenspezifisch: Bau, IT, usw. Wenn Sie wissen, in welchem Bereich Sie später einmal arbeiten werden dort langfristig bleiben möchten, dann ist möglicherweise ein spezialisiertes Master-Programm der bessere Weg. Ein weiterer Tipp: Einige Studiengänge bieten zwar allgemeine MPM-Programme, aber viele ihrer Unterrichts-Angebote sind industriebezogen. Prüfen Sie das Lehrangebot bevor Sie sich auf ein Programm festlegen.

Theorie oder Praxis
Bei dem breiten Sortiment an MPM-Angeboten sind einige Universitäten theoriebasiert (mit Seminararbeiten oder Hausarbeiten), während andere praktische Programme anbieten (z.B. Projektpläne erstellen, Projektzeitpläne entwickeln, lernen wie man Budgets verfolgt). Begnügen Sie sich nicht mit dem ersten Programm, das Sie finden — oder dem ersten Programm, das bereit ist, Sie aufnehmen — prüfen Sie, dass Ihnen die Ausbildung angeboten wird, die zu Ihren Zielen passt.

Ist Höhere Bildung das richtige für Sie?

Ein Master in Projektmanagement kann ein großer Gewinn sein - oder eine große Verschwendung von Zeit und Geld. Recherchieren Sie, lesen Sie Berichte über Lehrprogramme und holen Sie sich Feedback von Ihren Kollegen, bevor Sie sich auf einen neuen Abschluss festlegen. Letztlich liegt die Entscheidung in Ihren Händen, aber Sie müssen die Entscheidung nicht alleine treffen.

Was war für Sie ausschlaggebend, dass Sie sich für oder gegen einen MPM-Abschluss entschieden haben? Geben Sie uns Ihr Feedback, und helfen Sie anderen Projektmanagern mit Ihren persönlichen Empfehlungen.

Quellen:
Kommentare 0